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WordPress umziehen

Wie du deine WordPress Webseite umziehst. Manuell, mit einem Plugin oder der Kommandozeile.

„In diesem Artikel lernst du, wie du deine WordPress Webseite migrierst.

Dafür brauchst du jeweils einen FTP-Zugang zum Ausgans- und Zielserver, die Login-Daten für beide Hoster und einen Admin-Account für die betreffende WordPress Webseite.“

Robert Rosanke,
Webdesigner

Für welche Situationen eignet sich diese Anleitung?

Wichtig: Diese Anleitung ist für die Mehrheit der WordPress Seiten geschrieben. Die vorgestellten Methoden wurden nicht für Multisites getestet, können dir jedoch bestimmt ein grobes Verständnis geben, worauf du achten solltest, wenn du eine Multisite umziehen willst.

Falls dein Business an der Webseite hängt, dann hast du mit Sicherheit einen Experten, der den Umzug für dich übernimmt. Falls du keinen Experten hast, dann kümmere dich bitte um einen.

(Ich würde es mir vermutlich niemals verzeihen, wenn ich meine Webseite zerstöre und dadurch Mitarbeiter entlassen muss. Nur weil ich ein paar Hundert Euro für einen professionellen Umzug sparen wollte…)

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorbereitung
  2. WordPress manuell auf anderen Server umziehen
  3. WordPress mit Duplicator-Plugin migrieren
  4. Migration mit der Kommandozeile (WP-CLI)
  5. Häufig angefragte Themen
    1. WordPress Multisite umziehen
    2. WordPress Umzug ins Hauptverzeichnis
    3. Jimdo zu WordPress umziehen
  6. Nachbereitung

Vorbereitung

WordPress manuell auf anderen Server umziehen

Voraussetzungen:

Zugang zu FTP & phpMyAdmin

Ablauf:

  1. Datenbank exportieren
  2. FTP-Daten herunterladen
  3. Datenbank zum neuen Hoster hochladen
  4. FTP-Daten zum neuen Hoster hochladen
  5. WordPress mit Datenbank verbinden
  6. Links in Datenbank ersetzen

1. Datenbank exportieren

Logge dich in den phpMyAdmin-Bereich deiner bestehenden Webseite ein und exportiere die Datenbank.

Falls du mehrere Datenbanken in deinem phpMyAdmin siehst, dann wähle zuerst die Datenbank aus, die du exportieren wählst.

Klicke anschließend auf den Reiter „Exportieren“ in der oberen, horizontalen Menüleiste und exportiere die Datenbank mit einem Klick auf „OK“.

2. FTP-Daten herunterladen

Verbinde dich via SFTP mit deinem Hoster und lade die WordPress-Daten der bestehenden Webseite auf deinen PC herunter.

Oftmals befinden sich diese in www/htdocs oder var/html.

Ein Tool zum verbinden mit dem Server ist beispielsweise FileZilla.

3. Datenbank zu neuem Hoster hochladen

Logge dich in der Verwaltungsoberfläche deines neuen Hosting-Anbieters ein und erstelle eine neue Datenbank.

Sammle dabei folgende Daten in einem (offline) Textdokument:

Gehe nach der Erstellung der neuen Datenbank in den phpMyAdmin-Bereich des neuen Anbieters auf „Importieren“, wähle die SQL-Datei von deinem PC aus und lade die Datei hoch.

Das Uploadlimit für Datenbanken ist in der Regel von deinem Hosting-Anbieter beschränkt. Hier eine Artikel-Empfehlung zum importieren großer Datenbanken.

4. FTP-Daten zum neuen Hoster hochladen

Lade nun die gesicherten FTP-Daten zum neuen Hoster hoch.

Du kannst diese entweder direkt in das Root-Verzeichnis laden oder ein Unterverzeichnis verwenden.

Das Speichern in einem Unterverzeichnis bietet sich beispielsweise an, wenn bereits Inhalte auf der Domain erreichbar sind und diese nicht entfernt werden sollen.

Liegen die WordPress-Daten in einem eigenen Ordner, beispielsweise /wordpress oder /blog, dann kann somit die Übersichtlichkeit gesteigert werden.

5. WordPress mit Datenbank verbinden

Wenn die FTP Daten hochgeladen sind und der Datenbank-Import erfolgreich abgeschlossen ist, dann gilt es WordPress mit der Datenbank zu verbinden.

Lade dir dazu nochmal die wp-config.php vom neuen Hoster runter und bearbeite sie mit einem Editor deiner Wahl.

Ich nutze dafür beispielsweise Atom.

Füge dort die gesammelten Zugangsdaten für die Datenbank ein.

Füge zudem folgende Infos direkt am Anfang der wp-config.php ein:

define('WP_HOME','https://deineneuedomain.de');
define('WP_SITEURL','https://deineneuedomain.de');

Mit diesem Snippet überschreibst du die in der Datenbank hinterlegte Webseitenadresse und sorgst dafür, dass du dich in das Backend einloggen kannst – auch wenn sich die Domain beim Umzug geändert hat.

6. Links in Datenbank ersetzen

Versuche nun dich in deine neue WordPress-Seite einzuloggen.

Füge dazu den im WP_HOME hinterlegten Link in deinem Browser ein und setze /wp-login.php hinten dran.

Das ergibt dann beispielsweise https://deineneuedomain.de/wp-login.php

Lade dir anschließend das Suchen & Ersetzen Plugin von Inpsyde herunter.

Mit diesem Plugin kannst du die internen Webseiten-Links ohne Datenbank-Kenntnisse aktualisieren.

Gehe dazu nach Werkzeuge → Search & Replace.

Auf der sich neu geöffneten Optionsseite wählst du den Reiter Search & Replace.

Normalerweise empfehle ich dir die Datenbank vor Änderungen zu sichern. Da du jedoch schon eine Sicherung auf dem PC hast, kannst du diesen Schritt überspringen und direkt die Domain austauschen.

Um die Domain zu aktualisieren, bieten sich folgende Muster an:

Wähle zudem folgende Einstellungen:

Wende die jeweiligen Ersetzungen nacheinander auf alle Tabellen an. Im Laufe des Prozesses wirst du dich vermutlich neu einloggen müssen. Das ist völlig normal.

Wenn du nun das Frontend anschaust, dann müssten die Menülinks, interne Verlinkungen im Content und die src-Atrribute eingebundener Fotos nun auf deine neue Domain zeigen.

Zudem kannst du nun die vorhin in die wp-config.php eingefügten Infos – sprich WP_HOME und WP_SITEURL – wieder herauslöschen.

Wenn nun alles nach Plan läuft, dann kannst du direkt zur Nachbereitung springen.

WordPress mit Duplicator-Plugin migrieren

Duplicator ist ein kostenfreies Plugin, mit dem du eine Sicherung deiner gesamten Webseite erstellen kannst und diese auf einem anderen Webserver installieren kannst.

Der WordPress-Umzug geht damit besonders schnell und ist auch für Einsteiger ohne großes technisches Verständnis möglich.

Duplicator im offiziellen Plugin-Verzeichnis

Es gibt noch eine kostenpflichtige Version vom Duplicator. Für meine Zwecke hat die Gratis-Variante jedoch immer ausgereicht, sodass ich mich in dieser Anleitung auf diese beziehe.

1. Duplicator Plugin installieren

Installiere und aktiviere das Plugin.

Nach der erfolgreichen Installation sollte ein neuer Menüpunkt mit der Bezeichnung „Duplicator“ im Backend sichtbar werden.

2. Neues Archiv erstellen

Klicke auf den Menüpunkt „Duplicator“ und wähle in der sich öffnenden Optionsseite „Neues erstellen“.

2.1 Dateifilter

Mit dem Dateifilter kannst du einzelne Ordner und Dateien vom Archiv ausschließen.

Du findest diesen Punkt bei Schritt 1 „Setup“ unter dem Panel „Archive“.

Bei einem kompletten Serverumzug solltest du natürlich alle Dateien mitnehmen – sprich keine Ausnahmen beim Dateifilter einstellen.

3. Scan-Ergebnis

Duplicator checkt vor der Archiv-Erstellung, ob es irgendwelche Hindernisse geben könnte.

Wenn alles gut ausschaut, dann kannst du direkt zu Schritt 4 weiterziehen.

Falls etwas nicht stimmt, dann bietet das Plugin in der Regel aussagekräftige Hilfetexte bei Problemen. Weitere Tipps zum Troubleshooting bietet die FAQ-Seite des Herstellers.

4. Archiv herunterladen

Lade das erstellte Archiv nach der erfolgreichen Erstellung auf deinen PC herunter.

Wir brauchen die installer.php und das Ordner-Archiv.

Wenn du weißt, wie du einen zip-Ordner auf deinem Server entpackst, dann kannst du natürlich auch einfach den komprimierten Ordner herunterladen. Dieser beinhaltet die installer.php und das Ordner-Archiv.

5. Dateien auf neuen Server hochladen

Nun loggst du dich in den FTP-Bereich des anderen Servers ein.

Dort lädst du die heruntergeladenen Daten direkt in das Root-Verzeichnis, wenn deine gesamte Internetpräsenz auf WordPress basiert.

Wenn du beispielsweise eine Web-App hast, die lediglich um einen WordPress-Newsblog unter https://deineneuedomain/news/ erweitert werden soll, dann erstelle auf deinem Server ein Verzeichnis mit dem Namen news und lade dort die Duplicator-Daten herein.

Falls du den zip-Ordner hochgeladen hast, musst du diesen nach dem Upload natürlich noch entpacken.

Die Dateien müssen die gleiche Bezeichnung wie beim Download haben, damit der folgende Installationsvorgang funktionieren kann. Also einfach ohne umbenennen hochladen.

6. Datenbankzugang für Zielserver ausfindig machen

Während die Archivdaten auf den neuen Server geladen werden, kannst du schon einmal die Zugangsdaten für die Datenbank des neuen Servers zusammensuchen.

  1. Erstelle dafür eine neue Datenbank beim Hosting-Account des Zielservers
  2. Sammle dir folgende Daten in einem (offline) Textdokument
    • Datenbank-Name
    • Datenbank-Host
    • Datenbank-User
    • Datenbank-Passwort

7. Duplicator-Assistent starten

Wenn du die Datenbank-Infos zusammengetragen hast und die Duplicator-Dateien auf deinen neuen Webserver geladen sind, dann kannst du den Installationsassistent aufrufen.

Gib dazu den Pfad zu der hochgeladenen installer.php in der Adresszeile des Browser ein.

Wenn die Dateien in das Stammverzeichnis geladen wurden und du keine Subdomain (z.B. www.) verwenden willst, dann könnte das wie folgt aussehen:

https://deineneuedomain.de/installer.php

An dem Beispiel mit der Web-App von eben wäre der Link folgender:

https://deineneuedomain.de/news/installer.php

7.1 Nutzungsbedingungen akzeptieren

Wenn der Link zur installer.php stimmt, dann erscheint eine Programmoberfläche.

Akzeptiere die Nutzungsbedingungen und drücke auf „next“, um zum nächsten Schritt zu geladen.

7.2 Datenbank Setup

Gib die notierten Zugangsdaten zur neu erstellten Datenbank ein und drücke auf „Test Database“.

Das Programm verrät dir anschließend, ob die Zugangsdaten valide sind.

Dieses Bild zeigt Schritt 2 des Duplicator Installers. Die Zugangsdaten zur Datenbank sind eingegeben und die Prüfung nach dem Klick auf Test Database ist erfolgreich.
Ich habe hier auf ein Datenbank-Passwort verzichtet, weil es sich um eine lokale Installation auf meinem PC handelt, die nach der Erstellung dieser Anleitung wieder gelöscht wird. Seiten, die über das Internet erreichbar sind, sollten natürlich mit einem Passwort abgesichert werden und vermutlich einen individuellen Benutzernamen wählen.

Nächster Schritt: Wenn alles passt, dann kannst du auf „Next“ klicken und deine Eingaben noch einmal bestätigen.

7.3 Neue URL und Pfad festlegen

Prüfe, ob die vom Assistent vorgeschlagenen Daten für dich Sinn machen.

Dieses Bild zeigt Schritt 3 des Duplicator Installers. Zu sehen ist der Seitentitel webfluence. Die URL und der Pfad zur Webseite sind lokale Verzeichnisse auf meinem PC, weil ich die Seite der Einfachheit halber und für dieses Tutorial lokal auf meinem PC installiere.
Da ich die Webseite auf meinen PC (lokal) migriere, steht bei mir natürlich keine richtige, über das Internet aufrufbar URL. Bei dir steht in diesem Schritt eine richtige URL.

Kurze Erklärung:

Die voreingestellten Angeben kannst du in der Regel einfach so übernehmen.

7.4 Installation abschließen

Duplicator hat die Seite erfolgreich auf den neuen Server migriert.

Logge dich nun im Backend auf dem neuen Server ein und prüfe, ob alles wie gewohnt funktioniert.

8. Duplicator-Plugin löschen

Da das Plugin seine Arbeit erfolgreich verrichtet hat, solltest du es nun löschen. Sowohl aus der WordPress Installation des alten Servers als auch vom neuen Server.

Überprüfe anschließend, ob der Ordner wp-snapshots aus deinen WordPress Installationen entfernt wurde.

Bitte entferne den Ordner manuell, falls noch nicht geschehen.

So kannst du verhindern, dass Angreifer das Duplicator-Archiv herunterladen und somit deine Datenbankinhalte klauen. Besonders bei Blogs mit Kommentaren oder Shops mit Kundendaten wäre das ein riesen Problem.

(Du kannst deinen Laden dicht machen, wenn Kundendaten deiner Seite frei im Netz herumschwirren und es jemand öffentlich macht.)

Wenn nun alles nach Plan läuft, dann kannst du direkt zur Nachbereitung springen.

Migration mit der Kommandozeile (WP-CLI)

Besonders schnell geht der Webseitenumzug mit der WordPress-Kommandozeile.

Wenn du erfahren willst, wie du deine Webseite in nur wenigen Minuten umziehst ohne die Daten erst auf deinen PC herunterzuladen, nur um sie anschließend wieder heraufzuladen, dann kannst du mal Bernhards Anleitung austesten.

WordPress mit der Kommandozeile auf einen anderen Server migrieren

Häufig angefragte Themen

WordPress Multisite umziehen

Dafür gibt es bereits einen tollen Artikel: Multisite-WordPress von einer Domain auf die andere umziehen

WordPress Umzug ins Hauptverzeichnis

Dafür gibt es bereits einen tollen Artikel: WordPress ohne Unterverzeichnis aufrufen

Jimdo zu WordPress umziehen

Jimdo bietet – soweit ich weiß – kein Export-Tool, mit dem die bestehenden Webseiteninhalte heruntergeladen und in eine neue Webseite mit einem anderen Fundament hochgeladen werden können.

Meine Herangehensweise bei der Migration von Jimdo zu WordPress wäre wie folgt:

  1. Lokale WordPress-Entwicklungsumgebung auf meinem PC aufsetzen (Tutorial: WordPress installieren)
  2. Inhalte der bestehenden Jimdo-Seite in die WordPress Umgebung einfügen (Texte kopieren und einfügen, Fotos neu in WordPress hochladen)
  3. Fehlende Funktionen, wie Kontaktformulare, mit Plugins nachrüsten
  4. WordPress Seite ausgiebig testen
  5. Neuen Hosting-Anbieter suchen und Domain von Jimdo zu diesem umziehen
  6. Lokale WordPress-Umgebung von deinem PC zu dem neuen Hoster migrieren

Plane genug Zeit für den gesamten Akt der Migration ein. Besonders die händische Inhaltsübernahme kann bei großen Seiten einige Zeit in Anspruch nehmen. Sei dir außerdem im Klaren, dass es nach dem vollendeten Umstieg zu temporären Rankingschwankungen kommen kann. Schlecht durchgeführte Migrationen können auch bleibende Sichtbarkeitsverluste zur Folge haben.

Nachbereitung

Prüfe anschließend, ob die in der .htaccess gesetzten Regeln weiterhin wie gewünscht funktionieren.

Das betrifft beispielsweise Weiterleitungsregeln oder per Zugriffsschutz abgesicherte Bereiche.

Falls du von einem Apache-Server Richtung nginx gewechselt bist – oder andersherum – dann musst du an dieser Stelle mehr Zeit investieren, weil der Code aus der .htaccess nicht einfach in die nginx.conf kopiert werden kann.

Außerdem: